Der Hochsommer ist die Zeit, in der Ihr Garten besondere Aufmerksamkeit benötigt. Hitze und Trockenheit fordern angepasste Pflegemaßnahmen, während gleichzeitig die Vorbereitungen für die kommende Saison beginnen.
In diesem Monat stehen Bewässerungstechniken im Fokus. Gießen Sie selten, aber durchdringend – am besten in den Morgen- oder Abendstunden. Regenwasser sollten Sie sammeln, um Ressourcen zu schonen.
Viele Pflanzen profitieren jetzt von Rückschnitten. Verblühte Stauden und Rosen schneiden Sie zurück, um eine zweite Blüte zu fördern. Gleichzeitig können Sie Wintersalate und Gemüse für die Ernte im Herbst aussäen.
Gartentipps Juli: Hecken und Gehölze schneiden
Für dichte Hecken und gesunde Sträucher ist der Sommerschnitt entscheidend. Jetzt haben die Pflanzen ihr Längenwachstum abgeschlossen, und neue Triebe sind gut ausgereift.
Hecken in Form bringen
Schneiden Sie Laubhecken wie Hainbuche oder Liguster Ende Juni bis Anfang Juli. Beachten Sie gesetzliche Vorgaben zum Vogelschutz. So gehen Sie vor:
- Schneiden Sie konisch – breite Basis, schmale Krone.
- Maximal 5–10 cm pro Schnitt entfernen.
- Scharfe Scheren nutzen, um Quetschungen zu vermeiden.
Rosenschnitt für eine zweite Blüte
Bei Rosen fördert ein gezielter Rückschnitt die Blüte. Remontiersorten blühen nach dem Schnitt erneut. So machen Sie es richtig:
- Verblühte Stängel bis zum ersten voll entwickelten Blatt zurückschneiden.
- Schräge Schnitte fördern Wasserablauf.
- Werkzeug desinfizieren, um Krankheiten vorzubeugen.
Bewässerung im Sommer: Effizient gießen
Mit kluger Bewässerung sparen Sie Wasser und fördern gesundes Wachstum. Im Hochsommer verdunstet Flüssigkeit schnell – angepasste Techniken sind essenziell.
Faustregeln für Rasen und Beete
Gießen Sie in Intervallen von 5 Tagen, dafür durchdringend. Oberflächliches Wässern erreicht keine Wurzeln. Diese Tabelle hilft bei der Planung:
Bereich | Menge pro m² | Beste Uhrzeit |
---|---|---|
Rasen | 10–15 Liter | 5–8 Uhr |
Beet | 8–12 Liter | 18–20 Uhr |
Lockern Sie den Boden vor dem Gießen. So sickert Wasser besser ein. Vermeiden Sie Mittagsstunden – die Hitze erhöht die Verdunstung.
Regenwasser nutzen und Kosten sparen
Zisternen oder Tonnen sammeln Niederschlag effizient. Kombinieren Sie diese mit Tropfsystemen für direkte Versorgung. Vorteile:
- Kalkfreies Wasser schont empfindliche Pflanzen.
- Zweituhren steuern automatische Bewässerung zu günstigen Tarifzeiten.
- Mulchschichten reduzieren Verdunstung um bis zu 30%.
Staudenpflege und Rückschnitt
Stauden benötigen im Sommer gezielte Pflege für üppige Blüten. Durch richtiges Ausputzen und Schneiden fördern Sie gesundes Wachstum. Gleichzeitig bereiten Sie die Pflanzen auf das Frühjahr vor.
Verblühte Stauden ausputzen
Entfernen Sie abgestorbene Blütenstände direkt über dem nächsten Blattpaar. Bei remontierenden Sorten wie Rittersporn oder Margeriten regt dies eine zweite Blüte an. So gehen Sie vor:
- Komplettrückschnitt: Für Pflanzen wie Akelei – lässt Selbstaussaat zu.
- Teilrückschnitt: Bei empfindlichen Stauden nur verblühte Teile entfernen.
- Boden vorbereiten: Lockern Sie den Boden leicht und arbeiten Sie Kompost ein.
Bodendecker für dichten Wuchs schneiden
Kürzen Sie neu gepflanzte Bodendecker um ein Drittel. Das fördert verzweigte Triebe und schließt Lücken im Beet. Wichtig:
- Verwenden Sie scharfe Scheren für glatte Schnitte.
- Desinfizieren Sie Werkzeug nach jedem Schnitt kranker Pflanzen.
- Mulchen Sie nach dem Schneiden – unterdrückt Unkraut.
Düngung im Juli: Was brauchen Pflanzen jetzt?
Nährstoffmangel zeigt sich jetzt durch gelbe Blätter und schwachen Wuchs. Im Sommer ist die richtige Versorgung entscheidend, um Pflanzen auf die nächste Saison vorzubereiten. Kaliumbetonte Dünger fördern die Holzbildung und Winterhärte.
Letzte Rosen-Düngung vor dem Winter
Geben Sie Rosen bis Mitte Juli organischen Dünger. Dies ist die letzte Gabe vor dem Winter. So gehen Sie vor:
- Arbeiten Sie Hornspäne oder Spezialdünger flach in die Erde ein.
- Wässern Sie gründlich, um Nährstoffverbrennungen zu vermeiden.
- Verzichten Sie auf Stickstoff – er fördert frostempfindliche Triebe.
Sommerzwiebeln mit Volldünger versorgen
Zwiebelpflanzen wie Lilien benötigen jetzt mineralischen Volldünger. Wichtig:
- Kontrollieren Sie den pH-Wert – er sollte zwischen 6,0 und 7,0 liegen.
- Geben Sie Dünger in den Wurzelbereich, nicht auf die Blätter.
- Kombinieren Sie die Gabe mit Bewässerung für bessere Aufnahme.
Lockern Sie vor jeder Düngung den Boden. So erreichen Nährstoffe die Wurzeln schneller. Bei sandigen Böden teilen Sie Gaben in zwei Portionen auf.
Obst- und Gemüsegarten: Ernte und Aussaat
Die Erntezeit für frisches Gemüse beginnt jetzt in Ihrem Garten. Gleichzeitig können Sie bereits Wintersalate aussäen, die im Herbst geerntet werden. Dieser Monat verbindet Genuss mit Voraussicht.
Kohlrabi, Möhren und Co. ernten
Bei Wurzelgemüse wie Möhren erkennen Sie den optimalen Erntezeitpunkt an der Fruchtgröße. Kohlrabi sollte geerntet werden, wenn die Knollen tennisballgroß sind. So gehen Sie vor:
Ziehen Sie Möhren vorsichtig aus lockerer Erde. Bei festem Boden hilft eine Grabegabel. Schneiden Sie das Grün direkt nach der Ernte ab, um Feuchtigkeitsverlust zu vermeiden.
Schutznetze bewahren Ihr Gemüse vor Schädlingen. Diese Tabelle zeigt ideale Erntezeitpunkte:
Gemüseart | Optimaler Durchmesser | Lagerung |
---|---|---|
Kohlrabi | 5-7 cm | Kühlschrank (1 Woche) |
Möhren | 2-3 cm | Sandkiste (kühl) |
Radieschen | 2-3 cm | Frisch verbrauchen |
Wintersalate und Herbstgemüse säen
Bereiten Sie das Saatbett für Wintersalate wie Endivien oder Zuckerhut vor. Lockern Sie die Erde 20 cm tief und arbeiten Sie Kompost ein. Säen Sie in Reihen mit 25 cm Abstand.
Petersilie gedeiht gut im Halbschatten. Decken Sie die Saat mit Vlies ab, bis die Keimlinge erscheinen. Buschbohnen können Sie jetzt noch nachsäen – achten Sie auf Fruchtfolge.
Gießen Sie die Aussaat regelmäßig mit feiner Brause. Mulch schützt vor Austrocknung und unterdrückt Unkrautwachstum zwischen den Reihen.
Beerensträucher pflegen und vermehren
Nach der Ernte ist der perfekte Zeitpunkt, um Beerensträucher zu verjüngen. Durch gezielte Schnitte und Bodenvorbereitung sichern Sie reiche Früchte im nächsten Jahr. Arbeiten Sie mit sauberem Werkzeug, um Krankheiten zu vermeiden.
Johannisbeeren und Stachelbeeren schneiden
Schneiden Sie abgetragene Triebe direkt nach der Ernte zurück. So fördern Sie neue Fruchtruten. Bei dornigen Sträuchern nutzen Sie eine Bypass-Schere für präzise Schnitte.
Wichtige Schritte:
- Krone auslichten: Entfernen Sie nach innen wachsende Äste.
- Alte Ruten bodennah abschneiden – sie tragen kaum noch Früchte.
- Wunden mit Baumharz versiegeln, um Pilzbefall zu verhindern.
Erdbeerbeete mit Ablegern neu anlegen
Für kräftige Pflanzen im Frühjahr setzen Sie jetzt Ableger. Wählen Sie gesunde Mutterpflanzen und mischen Sie Torf unter die Erde. Diese Tabelle hilft bei der Planung:
Beerenart | Pflanzabstand | Bodenvorbereitung |
---|---|---|
Erdbeeren | 30 cm | pH 5,5–6,5 (mit Rindenhumus anpassen) |
Himbeeren | 50 cm | 5 cm Mulchschicht aus Laub |
Gießen Sie Ableger täglich in den ersten zwei Wochen. Decken Sie die Fläche mit Vlies ab, bis die Wurzeln anwachsen.
Balkon und Terrasse: Blütenpracht erhalten
Blühende Kübelpflanzen verwandeln Balkon und Terrasse in sommerliche Oasen. Damit die Pracht bis in den Herbst anhält, sind gezielte Pflegemaßnahmen nötig. Besonders Dauerblüher wie Begonien oder Verbenen profitieren von regelmäßiger Aufmerksamkeit.
Verblühtes regelmäßig entfernen
Schneiden Sie verwelkte Blüten bei Petunien und Geranien wöchentlich ab. Das fördert neue Knospen und verhindert Schimmelbildung. So gehen Sie vor:
- Verblühte Stängel knapp oberhalb eines Blattpaars kappen.
- Scharfe Schere nutzen, um Quetschungen zu vermeiden.
- Substrat alle 4 Wochen mit Flüssigdünger anreichern.
Lavendelblüten ernten und verwenden
Ernten Sie Lavendel in voller Blüte – ideal sind trockene Vormittage. Bündeln Sie die Stängel und hängen Sie sie kopfüber in einem dunklen Raum auf. Diese Tabelle zeigt Trocknungsmethoden:
Methode | Dauer | Dufterhalt |
---|---|---|
Lufttrocknung | 2-3 Wochen | Hoch (bei Dunkelheit) |
Silica-Gel | 5-7 Tage | Mittel (Farberhalt) |
Lagern Sie getrocknete Blüten in lichtdichten Behältern. Für Topf-Lavendel schneiden Sie verholzte Triebe auf 4-5 Blätter zurück. Das fördert buschigen Wuchs.
Schädlinge und Krankheiten bekämpfen
Natürliche Methoden helfen, Schädlingsbefall effektiv zu kontrollieren. Im Sommer vermehren sich Schadinsekten besonders schnell – rechtzeitiges Handeln schützt Ihre Pflanzen. Kombinieren Sie vorbeugende Maßnahmen mit gezielten Behandlungen.
Hausmittel gegen Mehltau
Echter Mehltau bildet weiße Beläge auf laub. Eine Natronlösung wirkt hier als einfaches Hausmittel. So stellen Sie sie her:
- 1 TL Backpulver in 1 Liter wasser auflösen
- 5 ml Rapsöl als Haftmittel zufügen
- Alle 7 Tage bei trockenem Wetter sprühen
Bei tomaten hilft Kalzium gegen Blütenendfäule. Lösen Sie Brausetabletten im Gießwasser auf. Als beispiel dienen 2 Tabletten pro 10 Liter.
Blattläuse und Stinkwanzen im Blick behalten
Kontrollieren Sie regelmäßig Blattunterseiten. Bei leichtem Befall genügt mechanisches Absammeln. Diese Methoden haben sich bewährt:
- Brennnesseljauche (1:50 verdünnt) als Blattdünger
- Blühstreifen für Marienkäfer anlegen
- Gewächshausklima durch Lüften regulieren
Stinkwanzen entfernen Sie am besten in den Abendstunden. Die beste zeit ist nach dem Gießen, wenn die Insekten aktiv sind. Verwenden Sie Handschuhe zum Schutz.
Kreative Gestaltung: Steingärten und Mini-Teiche
Steingärten und Mini-Teiche bringen Struktur in Ihren Garten. Sie kombinieren natürliche Elemente mit praktischer Pflegeleichtigkeit. Besonders im Sommer schaffen sie kühle Ruhepole.
Polsterstauden zwischen Steinen pflanzen
Wählen Sie für Steinpflanzungen ein wasserdurchlässiges Substrat. Ideal ist eine Mischung aus:
- 1/3 Kies oder Splitt
- 1/3 Sand
- 1/3 Komposterde
Setzen Sie Polsterstauden wie Blaukissen oder Steinbrech in die Fugen. Ihre flachen Wurzeln gedeihen auch in engen Spalten. Achten Sie auf sonnige Standorte.
Wasserspiele gegen Algenbildung
Mini-Teiche benötigen eine Pumpe mit mindestens 500 l/h Leistung. Schwimmpflanzen wie Wasserlinsen reduzieren Algenwachstum natürlich. So halten Sie das Wasser klar:
- Phosphathemmer einsetzen
- Pumpe regelmäßig reinigen
- 1/3 des Wassers alle 2 Wochen wechseln
Für frostsichere Teiche eignen sich Zinkwannen mit mindestens 60 cm Tiefe. Kombinieren Sie sie mit Solartechnik für nachhaltige Bewässerung.
Pflanze des Monats: Duftwicken
Duftwicken verzaubern mit intensivem Aroma und üppigen Blüten. Die einjährigen Kletterpflanzen eignen sich ideal für Zäune und Spaliere. Durch richtige Pflege blühen sie von Juni bis Oktober.
Entfernen Sie verblühte Blüten regelmäßig. So verhindern Sie Samenbildung und fördern neue Knospen. Diese tipps helfen bei der Pflege:
- Schneiden Sie verwelkte Triebe bis zum nächsten Blattpaar zurück
- Kontrollieren Sie täglich auf neue Verblühungen
- Arbeiten Sie mit sauberem Werkzeug
Wählen Sie Rankhilfen passend zur Wuchshöhe:
Wuchstyp | Empfohlene Rankhilfe | Maximale Höhe |
---|---|---|
Niedrig | Bambusstäbe | 80 cm |
Mittel | Drahtgitter | 1,5 m |
Hoch | Obélisken | 2 m+ |
Kaliumbetonte Düngung verstärkt den Duft der Pflanzen. Geben Sie alle 14 Tage Spezialdünger für Blühpflanzen. Wässern Sie vor der Gabe gründlich.
Für die Vase schneiden Sie Stiele mit halb geöffneten Blüten. Als beispiel dienen 30 cm lange Triebe. Stellen Sie sie sofort in lauwarmes Wasser.
Im Garten bewähren sich mehltauresistente Sorten wie ‚April in Paris‘. Sie überstehen auch feuchte Sommer unbeschadet. Mehrjährige Arten schützen Sie mit Folienschutz vor Frost.
Fazit
Die Sommersaison im Garten erfordert gezielte Pflege und Vorausplanung. Mit den richtigen Maßnahmen bereiten Sie Ihre Pflanzen optimal auf den Winter vor und legen den Grundstein für ein erfolgreiches Frühjahr.
Dokumentieren Sie durchgeführte Arbeiten wie Schnittmaßnahmen oder Düngergaben. Dies hilft bei der Planung für kommende Jahre. Überprüfen Sie zudem Werkzeuge auf Schäden und reinigen Sie sie gründlich.
Nutzen Sie die warmen Tage, um Beete für Herbstkulturen vorzubereiten. Fachbücher bieten wertvolle Tipps für saisonale Arbeiten. So bleiben Sie immer einen Schritt voraus.
Mit diesen Gartentipps gelingt der Übergang in die nächste Jahreszeit problemlos. Ihr Garten wird es Ihnen danken.